| Rassenportrait Rhodesian Ridgeback
Schon aus dem 15. Jahrhundert wird von einem Hund mit Rückenkamm,
ein unverwechselbares Markenzeichen, berichtet den die Khoi-Khoi in Südafrika
hielten. Dort arbeitete er als Jagdhund von Großwildjägern
in Rhodesien, wo er das Vieh vor Löwen und Leoparden schützen
sollte. Er war also Hüte -und Jagdhund zugleich. Allerdings war er
nicht aufs töten von Raubwild gezüchtet. Dieser Hund spürte
und stellte Löwen nicht nur bis der Jäger kam, sondern war so
mutig seinen Herrn im Falle eines Löwenangriffes bis aufs Messer
zu verteidigen. Dies setzte eine gehörige Portion Unerschrockenheit,
Wendigkeit und Schnelligkeit voraus. 1875 nahm Missionar Charles Helm
zwei bekannte Prunkrückenhunde (so nannte man diese Hunde damals
wegen ihrem Ridge) aus Südafrika auf Missionsreise mit nach Rhodesien.
Der Großwildjäger Cornelius van Rooyens nahm einen Hund mit
zur Jagd und war so begeistert von dessen Mut und Jagdtauglichkeit, das
er ihn in seine Meute einkreuzte. Deutsche Doggen, Molosser und andere
europäische Jagdhunde folgten. Vererbt wurde jedes mal der Ridge
(Rückenkamm). Die Nachkommen zeichneten sich auch durch ihre enorme
klimatische Robustheit aus. 1900 war der Bekanntheitsgrad dieser unglaublichen
Hunde schon sehr groß. 1915 dann begann Francis Richard Barnes mit
einem Abkömmling von van Rooyens - Zucht eine eigene Zucht mit dem
Namen "Eskdale". Die offizielle Anerkennung durch die South
Africa Kennel Union erfolgte 1924. Als erstes europäisches Land begann
England mit der Zucht 1927. Der richtige Aufschwung des Rhodesian Ridgeback
kam in England erst 1952 als der "Rhodesian Ridgeback Club of Great
Britain" gegründet wurde. 1974 kam der erste Wurf mit nachgewiesener
Abstammung in Deutschland zur Welt. Dafür wurde schon 1976 mit 17
Mitgliedern der "Rhodeian Ridgeback Club Deutschland" gegründet.
Gesamterscheinung: Starker, ansehnlicher, muskulöser und aktiver
Hund. Symmetrisch in seiner Erscheinung. Bei hoher Geschwindigkeit hat
er eine sehr gute Ausdauer. Gerade, freie und rege Gangart. Kennzeichen
ist der Ridge (Kamm auf dem Rücken, dessen Haare in entgegengesetzter
Richtung des übrigen Haares wächst), welcher unmittelbar hinter
den Schultern beginnend sich zu den Hüfthöckern zieht.
Haltung/Pflege und Erziehung/Charakter:
Die Pflege gestaltet sich als unproblematisch. Das kurze, harte Fell muss
nur während dem Haarwechsel regelmäßig gebürstet
werden. Die Ohren einmal pro Woche müssen gesäubert werden.
Alles in allem gilt der Rhodesian Ridgeback für seine Größe
als sehr robust und erfreut sich einer hohen Lebenserwartung, die nicht
selten bei ca. 13 Jahren liegt. Das liegt an der harten Zuchtauslese.
Für Zwingerhaltung ist der absolute Familienhund nicht geeignet.
Mit Kindern gibt es keine Probleme, sollten sie aber auf Grund der Größe
des Hundes schon älter sein. Da der Rhodesian Ridgeback ein Laufhund
mit viel Power und Beschäftigungsdrang ist eignet er sich auch für
eine Etagenwohnung weniger. Draußen voller Power ist er im Haus
eher ruhig, verschmust, anhänglich und kein Kläffer. Die Erziehung
muss beim Rhodesian Ridgeback liebevoll, mit viel Lob, aber auch Konsequenz
erfolgen. Der Rhodesian Ridgeback ist sehr sensibel, personenbezogen,
leicht führig, mit guter Auffassungsgabe, seinem Führer treu
ergeben, erhaben, intelligent, Fremden gegenüber reserviert ohne
aggressiv und scheu zu sein. Er entpuppt sich als sehr leicht führig,
ordnet sich aber nicht völlig unter, da er trotzdem seinen eigenen
Kopf hat. Sind erst mal gravierende Fehler in der Erziehung gemacht worden,
kann auch ein Hundetrainer den Rhodesian Ridgeback nicht mehr normalisieren.
Der Welpe muss früh sozialisiert werden. Es empfiehlt sich mit ihm
in eine seriöse Hundeschule zugehen, da der Rhodesian Ridgeback sehr
intelligent und lernwillig ist. Im ersten Lebensjahr ist er ausgesprochen
vorsichtig, im zweiten dann stabilisiert er sich. Erst nach etwa 2 Jahren
ist er voll ausgereift, im Gegensatz zu anderen Rassen also ein Spätzünder.
Sein Bewegungsdrang ist recht groß, daher eignet er sich für
Sportarten wie Agility oder Turniersport. Aber auch die anspruchsvolle
Arbeit des Fährten's liegt dem Rhodesian Ridgeback sehr gut. Das
Laufen am Rad und ausgedehnte Wanderungen sind eine willkommene Abwechslung.
Auszuschließen ist die Beschäftigung als Schutzhund, da er
schon über einen angeborenen Schutztrieb verfügt. Die Reizschwelle
liegt hoch. Bei verantwortungsvoller Erziehung und Haltung zeigt sich
der Rhodesian Ridgeback nicht bissig, aber wachsam, was an seinem Ursprung
liegt. Er reagiert auf Stimmungen empfindlich und es wird ihm ein sechster
Sinn für Gefahren nachgesagt, was ebenfalls in seinem Ursprung liegt.
Wer sich für diese Rasse interessiert muss sich in jedem Fall vor
dem Kauf erkundigen (dies wäre aber für jedes Tier anstrebenswert!!).
Man muss sich im Klaren sein das es sich hier um keinen Sofahund handelt,
sondern um ein Kraft- und Energiepaket das geistige und körperliche
Beschäftigung braucht gepaart mit Anschluss an seine Familie um glücklich
zu sein.
Der Rhodesian Ridgeback ist eine Liebhaber- und Kennerrasse und zum Glück
noch nicht zum Modehund mutiert, was fatale Folgen auf Gesundheit und
Wesen hätte!
|